Die Unternehmer-Macher

Thursday, 06 November 2014 11:37
Die ÖGMBT ist Österreichs größte wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der molekularen Biowissenschaften. Bei der diesjährigen Jahrestagung gab es neben zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen auch ein flammendes Plädoyer für mehr Unternehmertum. Vom Flughafen Wien-Schwechat aus gestaltet sich die Anreise zur Jahrestagung derÖsterreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) wie eine Reise von der Vergangenheit in die Zukunft: Während in der Raffinerie Schwechat riesige Cracker-Anlagen Erdöl in seine Bestandteile zerlegen, sezieren in der Universität für Bodenkultur im 9. Wiener Bezirk rund 550 Teilnehmer in mehr als 40 teilweise parallelen Sessions Forschungsergebnisse aus so unterschiedlichen Bereichen wie Translationale Medizin, Bioinformatik oder Pflanzenbiotechnologie. Unter dem Motto „Life Science meets Entrepreneurship“ hatte die ÖGMBT sich für ihre sechste Jahrestagung auf die Fahnen geschrieben, dem akademischen Nachwuchs Karriereoptionen jenseits der Universität zu zeigen. „Wir haben auf verschiedenen Ebenen versucht, die jungenLeute zu fördern“, so Angela Sessitsch, die Leiterin der Abteilung Bioressourcen am Austrian Institute of Technology (AIT). Etwa zwei Drittel der Kongressteilnehmer stehen noch am Karierrebeginn, seien also Studenten, Doktoranden oder junge Post-Docs. In der Veranstaltung „Science in Biotech Companies“ konnten sie erfahren, dass wissenschaftliches Arbeiten für Biotech-Firmen zum Alltagsgeschäft gehört. „Unsere Firma hat 28 Angestellte, davon arbeiten drei Viertel im Bereich Forschung und Entwicklung“,…

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Thursday, 06 November 2014 11:26
Die Kooperation zwischen Akademia und Industrie zu befördern, hat sich die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT)auf die Fahnen geschrieben. Ihre aktuelle Jahrestagung hat die 2008 aus unterschiedlichenVorgängerorganisationen hervorgegangene Fachgesellschaft daher unter dasMotto „Life Science meets Entrepreneurship“ gestellt. Vom 15. bis zum 18. Septemberwerden sich mehr als 500 Verbandsmitglieder im Universitätszentrum Althanstraßein Wien treffen und über die jüngsten Entwicklungen austauschen. „Wir haben in diediesemJahr erstmals drei parallele Hauptveranstaltungen jeweils am Vor- und Nachmittag“, sagt Ernst Müllner von der Medizinischen Universität Wien, einer der Organisatoren. Das Themenspektrum ist breit gefächert: Pflanzenbiotechnologie, Translationsmedizin,Epigenetik – beinahe jede Facette der modernen Biologie wird abgedeckt. „In den vergangenen Jahren haben wir unser Angebot über das rein Wissenschaftliche hinaus erweitert“, betont Müllner. „Wir möchten mehr Möglichkeiten zum Austausch untereinanderschaffen.“ Das kommt auch Nachwuchswissenschaftlern zugute. Erfahrungsgemäßsind rund zwei Drittel der Kongressteilnehmer noch am Anfang ihrer Karriere, sei esals Doktorand oder junger Postdoc. Neben großzügig geplanten Poster-Sessions sollensie auch von einem Career Day profitieren, der am zweiten Veranstaltungstag stattfindet. „Wir haben Experten aus Biotech-Firmen, Patentkanzleien und Headhunter-Büroszu Diskussionsrunden eingeladen“, berichtet Müllner. Ob diese Mischung an Angebotenfür Nachwuchskräfte und solchen für arrivierte Wissenschaftler funktioniert, wird sichMitte September zeigen.   trankript 09/2014   Original Artikel

Forschung im Kontext

Thursday, 21 February 2013 13:12
Josef Glößl ist Zellbiologe, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für MolekulareBiowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT), Professor für Angewandte Genetik ander BOKU und seit 2010 deren Vizerektor. Im Interview spricht er über die Rahmenbedingungender universitären Forschung und den Dialog der Life Sciences mit einerbreiteren Öffentlichkeit. Herr Glößl, Sie sind Vizerektor für Forschungund internationale Forschungskooperationan der Universität für Bodenkultur.Welche Aufgaben haben Sie indiesem Amt?Die Aufgaben ergeben sich – auf der Grundlagedes Universitätsgesetzes 2002 – aus derGeschäftseinteilung des Rektorats. Im Wesentlichengeht es darum, zur Weiterentwicklungder Rahmenbedingungen beizutragen,unter denen Forschung stattfindet. Ein wichtigerAspekt ist dabei auch die forschungsgeleiteteLehre, die – etwa durch das Angebotvon Doktoratskollegs auf international kompetitivemNiveau – ein Alleinstellungsmerkmalder Unis darstellt. Eine weitere wichtigeAufgabe ist die Verwertung von Forschungsergebnissenim Rahmen von Kooperationenmit der Wirtschaft, zu der wir nach dem UG2002 verpflichtet sind und die darüber hinausim Rahmen der Beihilferahmen-Richtlinieder EU stattfinden muss. Da die Universitätenvorwiegend öffentlich finanziert sind, darf die Verwertung von Forschungsergebnissennur zu marktüblichen Konditionen stattfinden, sonst könnte es als eineunerlaubte Beihilfe der öffentlichen Hand interpretiert werden. Die BOKU begleitet auch Ausgründungen von Spin-offs, es bedarfaber auch hier in beidseitigem Interesseklarer Regelungen, was die Nutzung von Infrastruktur und geistigem Eigentum betrifft.Im Dezember hat die BOKU eine Leistungsvereinbarungmit dem Wissenschaftsministeriumfür die nächsten Jahreunterschrieben. Auf…

Der Versuch, auf den es ankommt

Friday, 01 June 2012 00:00
Der Entwurf zu einem neuen Tierversuchsgesetz hat massive Kritik von Vertretern der Biowissenschaften nach sich gezogen. Folgt man den Formulierungen des vorgeschlagenen Gesetzestexts, hätten ganze Wissenschaftszweige mit erheblichen bürokratischen Hindernissen zu rechnen. Der vom Wissenschaftsministerium vorgelegte Entwurf zu einem neuen Tierversuchsgesetz bewegt derzeit die Gemüter – und das von sehr verschiedener Seite mit sehr verschiedener Motivation. Wollen die einen Tierversuche am liebsten so weit wie möglich verhindern, haben die anderen den hervorragenden Ruf der österreichischen Life Sciences vor Augen, die auf weiten Strecken auf das Tier als Modellorganismus angewiesen sind. Der Boulevard hat seine Meinung freilich schon getroffen. „Empörung über neues Gesetz – so leiden Tiere in Versuchs-Labors“ – so und so ähnlich konnte man in den vergangenen Wochen auf den Titelseiten auflagenstarker Blätter lesen. Die veröffentlichte Meinung schwenkte damit ganz auf die Linie von Tierschutz-Organisationen ein, nach deren Meinung die Kontroll- und Eingriffsrechte der Behörde viel zu wenig weit gehen. Einen Aufschrei gab es aber auch vonseiten der Wissenschaft. Zahlreiche renommierte Forschungsinstitutionen wie das Institut für Molekulare Pathologie (IMP), das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) oder das Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) unterstützten eine gemeinsame Stellungnahme mit der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT), in der mehr als 1.000 Forscher aus allen Disziplinen der Life Sciences vertreten sind. Die Wissenschaftler fürchten angesichts bürokratischer Hürden, die der Entwurf…